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  • Achim Weber

Steuerliche Implikationen bei Direktinvestitionen in die USA

Zusammenfassung des Investments aus gesellschaftsrechtlichen und steuerrechtlichen Gesichtspunkten:

Jeder Anleger wird an einer US-amerikanischen Limited Liability Company beteiligt (kurz: LLC). Die LLC ist eine Personengesellschaft mit beschränkter Haftung. Für die LLC ergeben sich verschiedene gesellschaftsrechtliche und steuerrechtliche Betrachtungspunkte.


1) Gesellschaftsform

Die LLC ist eine Personengesellschaft, für die das Recht des Heimatbundestaates (bspw.: Utah oder Kansas) gilt. Der Anleger haftet maximal bis zu Höhe seiner Einlage. Darüber hinaus gibt es keine Nachhaftung oder gar eine Nachschusspflicht. Anteile an der LLC können nicht frei an fremde Dritte verkauft, jedoch jederzeit an Angehörige weitergegeben werden. Anders als in Deutschland sind jährliche „Interestholder-Meetings“ nicht notwendig. Die Bundesstaaten regeln die gesetzlichen Grundlagen einer LLC unterschiedlich, so dass in jedem Bundesstaat der USA andere Gesetzmäßigkeiten über die LLC herrschen. Zwar sind die Grundzüge der LLC innerhalb der Bundesstaaten vergleichbar, jedoch gibt es oftmals Unterschiede bei Fragen der Haftung und Verantwortlichkeit. Gerade für Privatinvestoren gilt der Grundsatz, dass man nur in dem Bundesstaat eine LLC gründet, aus dem man Einnahmen erzielt.

Der Anleger partizipiert am Erfolg bzw. Misserfolg der Gesellschaft mittels seiner geleisteten Einlage. Laufende Gewinnausschüttungen unterliegen nicht der Steuerpflicht, sondern das ermittelte Gesamtergebnis der Gesellschaft.


2) Steuerliche Besonderheiten

Einkommensteuerpflicht

Die LLC wird in den USA grundsätzlich als Personengesellschaft geführt. Deutschland hingegen klassifiziert die LLC möglicherweise als Kapitalgesellschaft. Daher kann und muss in Deutschland der Nachweis erbracht werden, dass die LLC auch nach deutschem Recht als Personengesellschaft einzustufen ist. Ansonsten läuft man Gefahr einer echten Doppelbesteuerung. Die Beweisführung erfolgt durch den Gesellschaftsvertrag der LLC.

Als Personengesellschaft unterliegen die Einkünfte in den USA der dortigen Steuerpflicht: Zum einen auf Ebene des Bundes, zum anderen auf Ebene des Bundesstaates. Somit werden in den USA mit Ablauf des Kalenderjahres für die LLC und für den Investor die Einreichung zweier US Steuererklärungen notwendig: Zum einen für den Bund (Form 1040NR), zum anderen für den Bundesstaat (Formbezeichnung variiert). Dies gilt selbst dann, wenn nur geringe Erträge oder Verluste im Kalenderjahr erzielt werden.

Deutschland hat die Gewinne freizustellen, wendet aber den Progressionsvorbehalt an. Ferner muss im Rahmen der Einkommensteuererklärung die Beteiligung an einer ausländischen Personengesellschaft mittels Anlage AUS angezeigt werden.

In beiden Ländern stellen die Einkünfte gewerbliche Einkünfte dar. Die Bezeichnung in den USA lautet „Effectively connected income“ (kurz: ECI). Für die LLC wird jährlich eine Partnerschaftssteuererklärung erstellt und dem Investor ein steuerliches Ergebnis mitgeteilt. In den USA nennt man diese Gewinnmitteilung ein „Schedule K-1“. Die gesonderte Gewinnmitteilung dient der Steuererklärung als Grundlage. Dabei ist zu beachten, dass der Steuerpflichtige in Deutschland verpflichtet ist, jegliche ausländische Geschäftsbeziehung anzuzeigen.

Erbschaftsteuer

Im Falle einer Erbschaft unterliegt das Investment in den USA grundsätzlich der Besteuerung. Aufgrund sehr hoher Freibeträge in den USA hat die Übertragung der Anteile mittels Erbschaft oftmals keine steuerlichen Auswirkungen.

Beantragung Steuernummern in den USA

Neben der Einreichung der U.S. Bundessteuererklärung muss zusätzlich eine U.S. Steuernummer beantragt werden (Individual Taxpayer Identification Number) – ITIN - mittels des Formblatts W-7. Dazu muss der Nachweis der persönlichen Existenz mittels eines amtlichen Reisepasses erbracht werden. Der Reisepass muss jedoch nicht selbst in den USA verschickt werden, sondern eine beglaubigte Kopie durch das örtliche Passamt ist ausreichend. Eine notarielle Beglaubigung ist jedoch ungenügend. Sofern das U.S. Bundesfinanzamt die Steuernummer zugeteilt hat, behält diese für drei Jahre ihre Gültigkeit.


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